„Viel zu wenig“

01.03.2012 - 19:22 Uhr
Themenbereiche: Biomasse, Energierecht, Erneuerbare-Energien-Recht, Photovoltaik, Windenergie, Kanzlei

In Sachsen prägen Windparks schon seit einiger Zeit die Landschaft. Doch immer dort, wo neue Anlagen entstehen, gibt es Ärger. So beschweren sich Anwohner über Lärm, Kommunen befürchten eine Verschandelung der Natur, und Tierschützer sorgen sich um die Vögel.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums drehen sich derzeit in Sachsen rund 840 Windräder mit einer Leistung von knapp 1 Gigawatt. Im vergangenen Jahr erzeugten die Windräder so rund 1500 Gigawattstunden Strom, was ausreicht, um ca. 600 000 Haushalte zu versorgen. Weiter, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium, soll die Leistung auf 3500 Gigawattstunden pro Jahr angehoben werden. Dafür müssen die Flächen für Windparks jedoch mehr als verdoppelt werden.

Derzeit dürfen nur auf 0,2 Prozent der Landesfläche Windkraftanlagen gebaut werden. Doch das reicht, damit der größte Teil der im Freistaat aus erneuerbaren Energien erzeugten Strommenge aus Windenergie stammt.

Martin Maslaton, der sächsische Landesvorsitzende des BWE, hingegen sieht in der sächsischen Regierung in Bezug auf den Ausbau der Windenergie eher einen „Verhinderungsplaner“. Er fordert eine Novelle des Gesetzes zur Landesplanung, in welcher erneuerbare Energien bevorzugt werden. Bisher seien keine neuen Flächen für Windenergie vorgesehen, vielmehr sollen nur alte Anlagen durch neue und höhere Windräder ersetzt werden (Repowering). Studien hätten aber gezeigt, dass bis zu zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie genutzt werden können.

Zudem gebe es enorme Beschränkungen – so dürfen Windräder nicht an Straßen, an Waldwegen oder im Umfeld von kleinen Landeplätzen gebaut werden. „Zumindest Industriegebiete müssen für Windenergie geöffnet werden“, fordert Maslaton. Selbst innerhalb von ausgewiesenen Eignungsgebieten sei das Bauen schwierig. Manche Anträge dauern länger als fünf Jahre.

Damit aber nicht genug. Windenergieanlagen provozieren vielerorts Proteste von Anwohnern. Schon lange sind dabei die Hauptkritikpunkte der Lärm, die Verschattung und eine „Verspargelung“ der Landschaft. Auch unter Naturschützern sind die Anlagen umstritten, immer wieder geraten sie als „Vogelschredder“ in die Kritik. Dies ist allerdings haltlos. Es verenden zwar ab und an Vögel an solchen Anlagen, jedoch nicht mehr als an Strommasten und schon gar nicht werde durch sie der Bestand einer ganzen Art bedroht. Abhilfe könne etwa durch das Repowering geschaffen werden. Höhere Anlagen, die deutlich mehr Leistung erbringen und damit außerhalb Flughöhe der meisten Vögel liegen. Somit wäre jedem geholfen.

Sachsen will den Anteil der erneuerbaren Energien in den kommenden zehn Jahren auf ein Drittel am Bruttostromverbrauch steigern. Dazu soll insbesondere die Stromgewinnung aus Windenergie, Photovoltaik und Biomasse ausgebaut werden - allerdings müsste man bei der Umsetzung der klimapolitischen Ziele mehr Mut zeigen.

Rückfragen & weitere Informationen: Prof.Dr. Martin Maslaton, Tel.: 0341/149500 
E-Mail: martin@maslaton.de, Internet: www.maslaton.de


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