Photovoltaik-Förderung: Das Ewige Hin und Her hat der deutschen Solar-Branche geschadet

07.07.2012 - 13:06 Uhr
Themenbereiche: Energierecht, Erneuerbare-Energien-Recht, Photovoltaik, Kanzlei

Nach langem Ringen beschloss der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag den ausgehandelten Kompromiss bei der künftigen Solarförderung. Die neuen reduzierten Fördersätze sollen rückwirkend ab dem 1. April gelten. Vor allem Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und seine Thüringer Kollegin Christine Lieberknecht hatten wegen der vielen Photovoltaik-Hersteller in ihren Bundesländern für Änderungen gekämpft. Sachsens Landesregierung hingegen hatte sich in dieser Frage enttäuschend spät erst in letzter Minute auf die Seite der Kritiker der ursprünglichen Pläne geschlagen.

Sachsens Solar-Branche wird es schwer haben

„Das ewige Hin und Her hat der deutschen Solar-Branche insgesamt und vor allem den ostdeutschen Standorten nur geschadet“, so Maslaton. „Die Insolvenz von Solarwatt in Dresden und der umfangreiche Stellenabbau bei SolarWorld in Freiberg sprechen eine eindeutige Sprache. Bleibt zu hoffen, dass jetzt endlich wieder Ruhe und Planungssicherheit zurückkehren und nicht in einem halben Jahr erneut über die Fördersätze diskutiert wird. Sachsens Solar-Branche mit über 60 Firmen und 7.000 Beschäftigten wird es zukünftig schon schwer genug haben.“


PV-Anlage auf dem eigenen Dach bleibt attraktiv

„Mit den Kürzungen wird man leben können“, findet Prof. Maslaton. „Vor allem die weiterhin volle Förderung für Kleinanlagen auf Dächern von Eigenheimen, wenn auch zu reduzierten Sätzen, ist zu begrüßen. Damit bleibt es für Hausbesitzer weiterhin attraktiv, sich eine PV-Anlage auf das eigene Dach zu setzen; ein wichtiger Anreiz, der sicherstellt, dass am Ende auch vermehrt private Haushalte in den Eigenverbrauch ihres PV-Stroms einsteigen. Ebenfalls konsequent ist die Abmilderung der Kürzung bei mittleren Anlagen auf großen Dächern. Schließlich bleibt damit der Markt für in Deutschland produzierte Solarmodule erhalten, die bei großen Solarparks längst von chinesischen Modulen verdrängt wurden.“


Rallye beim Bau von Solarstromanlagen absehbar

„Wie bei den vergangenen Absenkungen der Einspeisevergütung wird es auch dieses Mal wieder zu einer Rallye beim Bau von Solaranlagen kommen, zumal das endgültige Ende der Förderung nun klar absehbar ist. Insbesondere große, mit chinesischen Modulen bestückte Solarparks werden mit hoher Geschwindigkeit realisiert werden. Für die Solarbranche in Sachsen bleibt da nur: auf die Verlässlichkeit in der Politik hoffen, Effizienz steigern und auf Forschung und Entwicklung sowie Qualität setzen“, so Prof. Maslaton abschließend.

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