Hoher Wettbewerbsdruck lässt Zuschlagssätze für Solaranlagen weiter sinken

Hoher Wettbewerbsdruck lässt Zuschlagssätze für Solaranlagen weiter sinken

Bundesnetzagentur gibt Zuschläge für die Ausschreibungsrunde Oktober bekannt

Die Bundesnetzagentur hat Anfang der Woche die Zuschläge der Solarausschreibung für den Gebotstermin 01.10.2017 auf ihrer Internetseite bekannt gegeben. Bezuschlagt wurden 20 Gebote mit einem Gebotsvolumen von insgesamt 222 MW. Dabei gingen zwölf Zuschläge an Projekte in Bayern. Die übrigen Zuschläge verteilen sich auf Sachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit je zwei Zuschlägen sowie Hessen und Baden-Württemberg mit je einem Zuschlag.

Für den Gebotstermin gingen 110 Gebote mit einem Umfang von 754 MW bei der Behörde ein. Das Ausschreibungsvolumen von 200 MW war damit erneut um mehr als das Dreifache überzeichnet. Dies schlägt sich auch in den Zuschlagswerten nieder. Das niedrigste Gebot wurde zu 4,29 ct/kWh und das höchste zu gerademal 5,06 ct/kWh bezuschlagt. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beläuft sich auf 4,91 ct/kWh und liegt damit 0,75 ct/kWh unter dem der Vorrunde (Gebotstermin: 01.06.2017). Das entspricht einer Senkung von über 13 %.

Die Senkung des Preisniveaus dürfte zum einen auf die um Acker- und Grünlandflächen erweiterte Flächenkulisse zurückzuführen sein. Bayern ist neben Baden-Württemberg das einzige Bundesland, das Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten in begrenztem Umfang für die Errichtung von Freiflächenanlagen freigegeben hat. Allein zwölf der erfolgreichen Gebote mit einem Umfang von insgesamt 45 MW beziehen sich auf Acker- und Grünlandflächen in Bayern. Die seitens der bayerischen Landesregierung für dieses Kalenderjahr zur Verfügung gestellte Kapazität war damit ausgeschöpft, sodass vier weitere Gebote ausgeschlossen werden mussten.

Zum anderen dürften die mit der Anlagengröße einhergehenden Skaleneffekte Preisvorteile bieten. So lag die durchschnittliche Gebotsgröße der eingereichten Gebote laut Bundesnetzagentur bei 6,9 MW, sieben Gebote für Anlagen auf „sonstigen baulichen Anlagen“ lagen über 10 MW. Davon waren letztlich drei Gebote mit einem Gebotsvolumen von jeweils mehr als 20 MW erfolgreich und erhielten einen Zuschlag.

Die bezuschlagten Bieter müssen bis spätestens 06.11.2017 die Zweitsicherheit bei der Bundesnetzagentur hinterlegen, andernfalls erlischt ihr Zuschlag. Die nächste Ausschreibung für Solaranlagen findet erst im nächsten Kalenderjahr zum Gebotstermin 01.02.2018 statt.

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