Luftverkehrsrecht - Umfrage: Drohnenschutz in Deutschland mangelhaft
« NewsübersichtLuftfahrtexperten kritisieren fehlende politische Koordination gegen Drohnen-Bedrohungen aus der Luft. Auch die jüngste Gesetzesinitiative der Bundesregierung reicht nicht.
Einigkeit unter Experten: drei Viertel halten bestehende Gesetze zur Drohnenabwehr für unzureichend. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter Mitgliedsunternehmen der Luftfahrtfachverbände BDLI (Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie) und UAV DACH. Auch bei den Unternehmen selber hapert es. So findet Drohnendetektion in den wenigsten Fällen statt. Gründe für die Abstinenz von Schutzmaßnahmen sind hohe Kosten, fehlendes Fachwissen und eine unklare Rechtslage. Dabei sehen die Befragten in der Technologie selbst enormes Potenzial.
„Es ist 5 nach 12: Wir brauchen eine bessere Koordination der Drohnenabwehr in Deutschland, damit die vielfältigen Technologien, die die Industrie entwickelt, zum Einsatz kommen können“, sagt Marie-Christine von Hahn, Hauptgeschäftsführerin des BDLI. Gerald Wissel, Vorstandsvorsitzender UAV DACH, fordert eine koordinierte Politik statt wie bisher „ein Flickenteppich an Maßnahmen“.
Auch die jüngste Gesetzesinitiative für ein 2. Gesetz zur Änderung des Luftsicherheitsgesetzes ändert wenig an den Mißständen (BVZD-Newsletter 12/25 berichtete). Der Schutz von Industrie- und Störfallbetrieben zum Beispiel wird gar nicht adressiert. BVZD-Vorstandsvorsitzender Martin Maslaton dazu: „Die Bundesregierung schreibt ein Sicherheitsgesetz – und vergisst ausgerechnet diejenigen, die die Sicherheit rund um die Uhr gewährleisten. Das ist nicht nur politisch naiv, sondern sicherheitstechnisch brandgefährlich.“