Deutliche Senkung der Zuschlagswerte – Bundesnetzagentur gibt Ergebnisse der letzten Solarausschreibung bekannt

20.06.2017 - 14:53 Uhr
Themenbereiche: Energierecht, Erneuerbare-Energien-Recht, Photovoltaik

Am 01.06.2014 endete die Gebotsfrist der zweiten Solarausschreibung in diesem Jahr. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind zu diesem Gebotstermin 133 Gebote mit einem Volumen von 646 MW eingegangen, so dass das Ausschreibungsvolumen von 200 MW um mehr als das Dreifache überzeichnet war. Allerdings mussten 17 Gebote vom Zuschlagsverfahren ausgeschlossen werden, da sie nicht den Teilnahmevoraussetzungen genügten.

Von den 133 eingereichten Geboten erhielten 32 Gebote mit einem Gebotsumfang von insgesamt 201 MW einen Zuschlag. Der Trend sinkender Zuschlagswerte wird dabei auch in dieser Runde fortgeschrieben. Augenfällig ist die gegenüber der vorhergehenden Ausschreibungsrunde nochmals deutliche Senkung der Zuschlagswerte. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert von 5,66 ct/kWh lag um 0,9 ct/kWh unter dem der Vorrunde (Gebotstermin 01.02.2017). Auch der höchste in dieser Ausschreibungsrunde bezuschlagte Gebotswert lag gerade mal bei 5,9 ct/kWh und unterschreitet damit sogar noch den niedrigsten Zuschlagswert der Vorrunde, welcher bei 6,0 ct/kWh lag.

Die deutliche Senkung des Preisniveaus dürfte auf die in dieser Gebotsrunde um Acker- und Grünlandflächen in Bayern und Baden-Württemberg erweiterte Flächenkulisse zurückzuführen sein. Allein auf diese entfällt laut Bundesnetzagentur ein bezuschlagtes Gebotsvolumen von 124 MW, welches sich auf 18 Gebote mit Standort in Bayern und ein Gebot mit Standort in Baden-Württemberg aufteilt. Grundlage für die Erweiterung der Flächenkulisse bilden die jeweiligen Öffnungsverordnungen der beiden Länder (wir berichteten mit Newsletter vom 13.01.2017 und 26.04.2017), wonach pro Kalenderjahr in Baden-Württemberg Gebote in einem Umfang von insgesamt 100 Megawatt und in Bayern bis zu 30 Gebote für Acker- und Grünlandflächen bezuschlagt werden können. Damit ist das von diesen Bundesländern bereitgestellte Zuschlagskontingent für Acker- und Grünlandflächen für dieses Jahr noch nicht ausgeschöpft. Andere Bundesländer sehen eine solche Öffnung der Flächenkulisse bisher nicht vor.

Die in dieser Ausschreibungsrunde bezuschlagten Gebote hat die Bundesnetzagentur auf ihrer Internetseite bekanntgegeben. Die erfolgreichen Bieter haben nunmehr Zeit bis zum 03.07.2017, um die Zweitsicherheit zu stellen, andernfalls erlischt der Zuschlag. Wie viele der bezuschlagten Projekte tatsächlich realisiert werden, wird sich spätestens in zwei Jahre zeigen.

Für die Projekte der allerersten, noch nach Freiflächenausschreibungsverordnung (FFAV) durchgeführten Ausschreibungsrunde endete die Realisierungsfrist am 06.05.2017. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden bis auf ein Projekt alle der 25 bezuschlagten PV-Freiflächenprojekte innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von 24 Monate realisiert.

Rückfragen & weitere Informationen:

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Rechtsanwalt Dr. Christoph Richter, E-Mail: richter@maslaton.de
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